Antonio Cosentino

In Antonio Cosentinos Gemälden finden sich eine Fülle von Bildern aus dem Alltag, aus den Tiefen persönlicher Erinnerung und der visuellen Kultur seiner Heimatstadt. Während der sich wandelnde Charakter von ‚High‘ und ‚Low‘ in künstlerischen Diskursen der 1990er Jahre diskutiert wurde, verfolgten Cosentino und seine Künstlerfreunde gleichsam eine Archäologie des Blicks, mit der sie die Alltagskultur neu befragten. Seit dieser Zeit nimmt Cosentinos Malerei Materialien der visuellen Kultur auf, die er gleichwertig behandelt: Tafeln, Schilder, Verpackungen und Keramikfliesen. Die Bilder des Künstlers vermitteln einen fragmentarischen und entwurzelten Eindruck, zugleich sind sie ganzheitlich und repetitiv, womit ein drittes Fenster geöffnet wird: zu einem mnemonischen Raum, der zugleich farbenreich und meditativ ist. Während sein Gedächtnis wie ein Archiv funktioniert, dokumentiert der Künstler alle Arten von geschriebenen und visuellen Daten. Cosentinos bewegliche und spielerische Anordnungen erinnern uns an die bezeichnende Vergessenheit der Moderne, indem er Konzepte, wie die Flüchtigkeit von Mega-Cities und urbaner Architekturen suggeriert, den Verlust des menschlichen Maßes und der Ortsverbundenheit, die übermenschliche Geschwindigkeit und den Konsum.*

Antonio Cosentino hat sein Studium der Malerei an der Fakultät der Schönen Künste an der Mimar Sinan University 1994 abgeschlossen. Er hat die Künstlerinitiative Hafriyat zusammen mit Hakan Gürsoytrak und Mustafa Pancar 1996 gegründet. Summer was a Beautiful Day (Zilberman Gallery, Berlin, 2018), HOME IS WHERE THE (HE)ART IS (Galerie Paris-Beijing, Paris, France, 2018), HARBOR (Istanbul Modern, Istanbul, 2017); boxes of cigarettes and whisky all over the sea, ferâre, my love (Zilberman Gallery, Istanbul, 2016); Istanbul, Passion, Joy, Fury (curators: Hou Hanru, Ceren Erdem, Elena Motisi and Donatella Saroli, MAXXI National 21st Century Arts Museum, Italy, 2015); as Kollektiv organisierte sechzehn Ausstellungen zwischen den Jahren 1996-2010 und gründete den unabhängigen Ausstellungsraum Hafriyat Karaköy (2006-2009). Cosentino hat folgende Ausstellungen kuratiert: Everything About Family (Karşı Artworks, Istanbul, 2002), Voices from Homeland (Karşı Artworks, Istanbul, 2001) und Local Goods (Elhamra Art Gallery, Istanbul, 1999), in denen er mit eigenen Arbeiten vertreten war. Zu seinen jüngsten Ausstellungen zählen: Mom I'm Going Out to Pour Some Concrete (mit Extrastruggle, Studio-X, Istanbul, 2015), Escape from Marmara Sea: The Stelyanos Hrisopulos (Salt Ulus, Ankara, 2015), Departure Marmara Sea (Bergsen & Bergsen, Istanbul, 2013) und Tin City (Külah, Istanbul, 2013). Mit dem Künstlerkollektiv Hafriyat hat er mit Arbeiten bei zahlreichen Ausstellungen in der Türkei und international teilgenommen, u.a. bei Spare Time, Great Work (Platform 3, München, 2011), und Tactics of Invisibility (Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien; Tanas, Berlin; ARTER, Istanbul, 2010-2011). Der Künstler lebt und arbeitet in Istanbul.

* Auszug, Pınar Öğrenci’s für Un-founded, 2012. 


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> EXHIBITIONS
  - I’m an Eye, A Mechanical Eye
  - An Exile On Earth
  - Restless Monuments
  - Summer was a Beautiful Day
  - boxes of cigarettes and whisky all over the sea, ferre, my love