Simon Wachsmuth

Simon Wachsmuth untersucht die blinden Flecken und unerwarteten Epiloge der großen Erzählungen in Geschichte und Kunstgeschichte. In seinen Arbeiten verwendet er oft Archivalien, die mit einem Vokabular minimalistischer Formen in einem dialogischen Verhältnis stehen. Monumente und Dokumente, zugleich Motiv und Begriff, tauchen in seinem Werk als bewahrende materielle Träger wieder auf, die integrale Bestandteile der individuellen und kollektiven Erinnerung werden können. Wachsmuth interessiert sich für solche Materialisierungen der Erinnerung: Indem er sich mit den kulturellen (Re)konstruktionen der Geschichte beschäftigt, hinterfragt er die Beziehung zwischen materiellen Spuren, museologischen Repräsentationen und Formen in ihrer gegenwärtigen Indienstnahme. Wachsmuths Installationen könnten mit lose geknüpften Netzen verglichen werden, in denen er die Materialen einfängt, die durch die Migration der Formen und Bilder über Zeit und Raum verstreut wurden.

Simon Wachsmuth
(geboren 1964 in Hamburg) lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Er studierte Malerei und visuelle Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland an renommierten Institutionen: steirischer herbst/Kunsthaus Graz (2016), Suzhou Museum of Art (China, 2016), Neues Museum Nürnberg (2016), 21er Haus in Wien (2015), Busan Biennale (South Korea, 2012), Museu Reina Sofia in Madrid (2010), Istanbul Biennial (2009) und documenta12 (Kassel, 2007). Zu den ihm verliehenen Auszeichnungen gehören der Otto-Mauer-Preis (2003), der Prix Ars Electronica (1989) und in jüngster Zeit der Marta-Preis der Wemhöner-Stiftung in Herford. Wachsmuth war Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien, der Akademie der Bildenden Künste in Prag und derzeit an der Bauhaus-Universität in Weimar.


> CV
> EXHIBITIONS
  - Dramatization
  - Some Descriptive Acts